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Das Schloss

Château de Neuchâtel

Zwischen See und Seyon, ein Felsvorsprung. Der See, Handels- und Schiffweg, der Seyon, der vom Val-de-Ruz und dem Bistum Basel hervorkommt. Solch ein Relief bedurfte eines Schlosses! Ende des 10. Jahrhunderts errichtet, hat es die Stadt zu seinen Füssen erschaffen und ihr seinen Namen gegeben.

Novum Castellum, dann Novum Castrum ab dem 12. Jahrhundert, Neocomum im Griechisch der Gelehrten im 16. Jahrhundert, umgangssprachlich Nuefchastel, Neufchastel, Neufchatel und schrittweise Neuchâtel ab dem 18. Jahrhundert.

Auf Deutsch hat sich Nienburg zu Nuvenburch, Nuewenburg und schliesslich Neuenburg (seit 1725) entwickelt.

Rudolf der Dritte, König vom Burgund, hat seiner Frau 1011 das Geschenk „Novum Castellum“ gemacht. Zu dieser Gelegenheit liess er eine Urkunde auf Pergament ausstellen, auf der man zum ersten Mal den Namen der Stadt findet.

Als Sitz der Obrigkeit, beherbergte das Schloss Herren, manchmal ihre Mütter, ihre Witwen oder ihre Töchter, unter ihnen einige richtige Staatsfrauen waren (die Gräfin Isabelle verteidigt Neuenburgs Freiheiten Ende des 14. Jahrhunderts, Marie de Bourbon vereint die Grafschaft von Neuenburg und die Herrschaft von Valangin Ende des 16. Jahrhunderts).

Neuenburg war unter rheinländischem Einfluss, später unter den Burgundern und während mehreren Jahrhunderten noch unter französischem, bevor es ab 1707 in die Hände der Könige von Preussen überging.

Seit dem 12. September 1814 ist Neuenburg ein Schweizer Kanton. Aber der neue Kanton bleibt gleichzeitig Fürstentum der Könige von Preussen. Diese zwiespältige Lage schafft sehr leidenschaftliche interne Spannungen.

Am 1. März 1848 erobern die Neuenburger Republikaner von Le Locle, La Chaux-de-Fonds, vom Val-de-Travers und La Béroche unter dem Befehl von Fritz Courvoisier das Schloss und richten dort eine unter dem Vorsitz von Alexis-Marie Piaget geführte provisorische Regierung ein. Neuenburg wird eine Republik und gleichzeitig vollständiger Schweizer Kanton.

Das Schloss bleibt mit Macht verbunden. Die fünf Regierungsräte – die kantonale Exekutive – arbeiten dort und die 115 Abgeordneten des Grossrates – die kantonale Legislative – tagen dort. Die kantonale Justiz – das Zivilgericht und das Schwurgericht – hält dort Audienzen ab, neben den vielen Kantonsverwaltungsdiensten liegend.

Vom 1. April bis zum 30. September können Sie gratis das Schloss besichtigen.

Beginn der Führung an Werktagen um 10, 11, 12, 14, 15 und 16 Uhr, um 10, 11, 14, 15 und 16 Uhr an Samstagen und um 14, 15 16 Uhr an Sonn- und Feiertagen.

Treffpunkt unter dem Portalvorbau.