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In Kürze
NEUENBURG (auf Französisch: Neuchâtel), politische Gemeinde des Kantons Neuenburg, Bezirk von Neuenburg. Sie enthält Neuenburg, das Industrie- und Wohnviertel Serrières (Sarreres , 1270), den verteilten Weiler Chaumont ( Chumont ) und seit 1929 die ehemalige Gemeinde La Coudre ( La Coudra , 1143).
Neuenburg erscheint in den lateinischen Texten unter dem Namen Novum castellum im Jahre 1011 und dann ab dem 12. Jahrhundert als Novum castrum . Man findet ebenfalls ab dem 16. Jahrhundert die griechische Gelehrtenform Neocomum und ihre Adjektivalabweichung neocomensis, heute noch im Siegel der Universität vorzufinden.
In der volkstümlichen Sprache entwickelt sich der Name gleichzeitig auf Deutsch (Nienburg , 1032; Nuvenbruch , 1033; Nüwenburg , 1200; Neuenburg ab 1550) und auf Französisch: Nuefchastel , 1251, Neufchastel , 1338; Neufchâtel Ende 17. Jhd; Neuchâtel bürgert allmählich ab der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts ein.
Die Gemeinde Neuenburgs wird im Süden durch das Seeufer begrenzt, von Westen nach Osten durch die Gemeinden Auvernier, Peseux, Valangin, Fenin-Vilars-Saules, Savagnier, Lignières, Le Landeron, Cornaux, Cressier, St Blaise und Hauterive. Ihre Gesamtfläche beträgt 1745 Hektaren, davon 36% bebautes Gebiet. Der Rest besteht hauptsächlich aus Wäldern und einigen Wiesen. Sie besitzt seit 1512 das weite Waldgebiet von Les Joux (751 Ha) im Nordwesten von Les Ponts-de-Martel.
Infrastrukturen, Verbindungen, etc.
Viele regionale Infrastrukturen werden auf Küstenebene verwirklicht: mit Neuenburg bringen es die Küstengemeinden auf 86'000 Einwohner, die Hälfte der Bevölkerung des Kantons. Ein wirtschaftliches Gebilde, das nach aussen offen ist: mit dem Auto braucht man 10 und 20 Minuten zu den Flugplätzen von Colombier und La-Chaux-de-Fonds. Mit dem TGV –train à grande vitesse, Hochgeschwindigkeitszug- liegt Paris nur vier Stunden von Neuenburg entfernt!
Neuenburg – Bern, Hauptstadt der Schweiz: eine ½ Stunde mit dem Auto, 40 Minuten mit dem Zug. Neuenburg – Genf: 1h30 mit dem Auto, 1h10 mit dem Zug. Neuenburg – Zürich: 1h50 mit dem Auto, 1h30 mit dem Zug. Und man hebt ab von den beiden internationalen Flughafen Genf-Cointrin und Zürich-Kloten aus: Neuenburg liegt im Herzen Europas.
Neuenburg hat eine europäische Seele: Die parlamentarische Versammlung des Europarats verlieh ihm 1998 eine Auszeichnung, um es zu ermutigen, seinen Aufstieg zum EU - Ideal fortzusetzen.
Neuenburg ist seit 1975 mit Besançon (Franche-Comté, Frankreich) Partnerstadt, seit 1997 mit Aarau (Deutschschweiz) und Sansepolcro (Toskana, Italien).
Ein wenig Geschichte
Neuenburg ist auch die Hauptstadt des Schweizer Kantons, dem es seinen Namen gibt. Seine Geschichte ist faszinierend, besonders dank seiner vielen europäischen Verzweigungen:
Neuenburg, Land des Austauschs
Da Neuenburg mitten im Herzen Westeuropas liegt, an der Deutsch- und Lateinsprachgrenze, an der Grenze der Rhone- und Rheinbecken, die so schön die Länder des Nordens und des Südens halbiert, ist es ein Land des Austauschs par excellence. Die zehn Jahrhunderte seiner Geschichte liefern vielerlei Beweise.
Seit seiner Gründung um 1000 bis zu seiner vollständigen Eingliederung in die helvetische Eidgenossenschaft im Jahre 1848 hat die Lehnsherrschaft von Neuenburg, dann Grafschaft, Fürstentum und dann Kanton, in seinem Schloss Prinzen aus allen Himmelsrichtungen empfangen. Aus Freiburg im Breisgau Ende 14. Jahrhunderts als das Haus Neuchâtel ausstarb, aus der Markgrafschaft von Baden, als die Grafen von Hochberg, die glanzvolles Vermögen im Dienste Karl des Kühnen und Ludwig XI. erfahren würden, den kleinen neuenburgischen Lehen erbten.
Mit der Hochzeit von Johanna von Hochberg und Ludwig von Orléans, Blutprinz, kam Neuenburg 1504 nach germanischer Dominanz zu zwei Jahrhunderten französischem Einfluss, während deren das Lilienwappen über dem Fürstentum wehte.
1707 liessen sich von den Neuenburgern gerufenen und kurz vorher Könige von Preussen gewordenen Dynastien des Hauses von Hohenzollern während anderthalb Jahrhunderten nieder, um den Herrschaften von Orléans nachzufolgen. Diese Zeit würde als eine der Glanzvollsten der Neuenburger Geschichte, dank der erfreulichen Entwicklung der Uhrenindustrie, den gedruckten Baumwollstofferzeugnissen und der Spitzenklöpplerei, gelten.
Allerdings mit einer Unterbrechung, als der französische Marschall Alexander Berthier 1806 das Fürstentum als Geschenk Napoleon des Ersten erhielt, es bis 1813 behielt, ohne jedoch einmal die Zeit gefunden zu haben, es zu besuchen.
Die Neuenburger Demokraten nutzten den in Europa wehenden Revolutionssturm aus und riefen am 1. März 1848 die Republik aus. Obschon es ein Schweizer Kanton mit allen Rechten und Pflichten seit diesem Datum an war, hat Neuenburg dennoch nicht auf diese durch die Geografie und Geschichte zugeteilte Aufgabe verzichtet; Land von Austausch von Mensch und Kulturen zu sein.
Eine moderne Rolle im Vordergrund
Als Vorletztes in die helvetische Eidgenossenschaft eingetreten, ist Neuenburg während seinen 155 Jahren Schweizer Angehörigkeit ein progressiver und manchmal aufsässiger Kanton geblieben. Hat er nicht die Frechheit besessen, ab 1849 das Stimmrecht für die seit mindestens zehn Jahren in ihrer Gemeinde ansässigen Ausländer zu bewilligen? Wenn man an die Debatten, die solche Rechte noch Anfang des dritten Jahrtausends hervor rufen, kann man den Modernismus der Neuenburger der Mitte des 19. Jahrhunderts nur bewundern.
In solchen Worten wird die Stadt Neuenburg am Anfang des Artikels knapp vorgestellt, den ihm das neue Historische Lexikon der Schweiz (Verlag Schwabe AG in Basel) widmet.